Coaching, Supervision, Beratung – Wo liegen die Unterschiede?

BesprechnungUm Probleme zu lösen und bestimmte Ziele zu erreichen, gibt es verschiedene Methoden. Coaching, Supervision und Beratung sind unterschiedliche Beratungsvarianten. Sie werden zum Beispiel genutzt, um die persönlichen Stärken im Beruf auszubauen, Krisen im Arbeitsteam zu bewältigen oder den Prozess der Meinungsentscheidung voran zu treiben. Die verschiedenen Arten der Beratung weisen Gemeinsamkeiten auf. Jedoch gibt es auch einige Unterschiede.

Definition Coaching

Coaching stellt einen interaktiven, personenzentrierten Begleitungs- und Beratungsprozess dar. Dieser kann berufliche und private Inhalte behandeln. Coach und Klient werden beide gefordert und arbeiten zusammen. Man nimmt dem Klienten keine Verantwortung ab. Coaching ist eine Prozessberatung. Es werden Ihnen vom Coach keine Lösungsvorschläge geboten. Sie sollen eigene Lösungen entwickeln und gehen dabei mit dem Coach eine gewisse Beziehung ein. Diese Beziehung ist freiwillig und diskret. Bei dieser Beratungsvariante soll die Selbstwahrnehmung des Klienten gefördert werden. Es entwickeln sich neue Handlungsmöglichkeiten, die Sie vorher aufgrund von Betriebsblindheit eventuell nicht gesehen haben. Manipulative Methoden werden nicht verwendet, da sonst das Bewusstsein nicht gefördert werden könnte. Sie müssen bei dieser Beratungsart über das Konzept aufgeklärt werden. Nur dadurch können Sie verstehen, wie sie funktioniert. Der Beratungsprozess ist zeitlich begrenzt und beinhaltet mehrere Sitzungen. Dieser Zeitraum kann auch länger andauern. Die Beratungsvariante richtet sich vor allem an Manager und Führungskräfte – und neuerdings auch an „normale“ Mitarbeiter. Ein Coach hat idealerweise eine fundierte Coachingausbildung und bringt Erfahrungen aus unterschiedlichen Bereichen mit wie z.B. Betriebswirtschaft, Psychologie, Personalentwicklung, Management und Führung. Ziel ist es, dass der Coach den Klienten unabhängiger macht. Die Selbstmanagementfähigkeiten sollen verbessert werden.

Supervision im Gegensatz zu Coaching

Es gibt sehr viele Ähnlichkeiten bei den beiden Beratungsformen, wie zum Beispiel die vorhandenen Situationen des Klienten. Jedoch ist die Zielgruppe bei der Supervision vor allem Sozial- und Beziehungsarbeiter sowie Berater. Dazu gehören beispielsweise Sozialarbeiter und Therapeuten. Die Deutsche Gesellschaft für Supervision e.V. gründete eine Fachgruppe in der Wirtschaft. Dadurch gibt es formal keine Beschränkung mehr in Bezug auf bestimmte Zielgruppen. Jedoch versteht man unter Supervision immer noch eine „Beratung für Berater“. Beim Coaching hingegen redet man von „Beratung für Manager“. Die Supervision wird somit auch von Coaches als Beratung in Anspruch genommen. Ein Coach hat im Gegensatz zum Supervisor auch Fachkenntnisse aus dem Bereich der Wirtschaft. Die Kombination aus fachlichem und psychologischem Wissen ist für Führungskräfte besonders attraktiv. Bei der Supervision wird der Aufbau spezifischer Kompetenzen nicht direkt unterstützt.

Unterschiede von Beratung und Coaching

Bei der Beratung spielen fachliche Unterweisungen eine große Rolle. In der Regel verzichtet ein Berater auf klassische Coachingmethoden . Sie analysieren zusammen mit dem Berater die Aufgaben. Ein Coach hingegen schärft die Wahrnehmung dieser Aufgaben und sorgt dafür, dass Sie eine bestimmte Rolle einnehmen. Der Berater beschäftigt sich ausschließlich mit den rein fachlichen Fragen des Klienten. Ein Coach bindet die Erlebnisse des Gecoachten ein. Eine Fachberatung ist sachorientiert. Das bedeutet, dass keine Beziehung zwischen Klient und Berater aufgebaut wird. Bestenfalls geschieht dies als Nebenprodukt. Zwischen Coach und Klient hingegen ist das Ziel, eine vertrauensvolle Beziehung herzustellen. Sie erlangen bei einer Fachberatung in der Regel einen fachlichen oder technischen Zugewinn an Wissen. Beim Coaching werden Ihre Verhaltensweisen erweitert. Außerdem kann hierbei die persönliche Entwicklung betroffen sein. Bei einer reinen Fachberatung steht meist nur das berufliche Anliegen im Vordergrund. Eine bestimmte Zielgruppe gibt es nicht. Des Weiteren bestimmt der Berater den Inhalt und Ablauf der Sitzungen und nimmt gegebenenfalls die Verantwortung des Klienten ab. Es besteht ein Beziehungsgefälle, da der Berater ein Fachexperte in seinem Fachgebiet ist. Oft findet eine Fachberatung statt, weil äußere Sachzwänge bestehen. Diese können zum Beispiel juristischen, finanziellen oder betriebswirtschaftlichen Ursprungs sein. Beim Coaching ist die Hilfe zur Selbsthilfe besonders wichtig. Ein Berater ist ein Spezialist, der dem Klienten fachliches Wissen vermittelt.


Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Karriere.
  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®. Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.   

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