Dresscodes: Regeln fürs Berufsleben

DresscodeDer Dresscode (Kleiderordnung) umfasst Regeln zur gewünschten Kleidung, es gibt ihn im beruflichen, privaten und gesellschaftlichen Umfeld. Beruflich kann es sich dabei um vorgeschriebene oder erwünschte Kleidung handeln. Im Business-Bereich gibt es keine strengen arbeitsrechtlichen Vorschriften, wohl aber Normen (wie Anzug und Krawatte), deren Einhaltung stark erwünscht ist.

Wozu gibt es den Dresscode?

Es gibt Situationen im Büroalltag, die sich mit angemessener Kleidung effektiv besser bewältigen lassen, so etwa ein Kundengespräch. Ein ordentlich gekleideter Mitarbeiter wird dabei mehr Erfolg haben, weil er keine Erwartungshaltungen unterläuft und mit der Kleidung auf den sprichwörtlichen ersten Blick seine Seriosität unterstreicht. Dasselbe gilt für Einstellungsgespräche. Es herrschen in diesem Bereich Konventionen und ein Bedürfnis nach Konformität.

Nicht alle Berufstätigen – Chefs und Arbeitnehmer – halten sich an die Kleiderordnung. Abweichungen können zu einem zu nachlässigen Stil („underdressed“) oder zu einer übertrieben aufwendigen, eleganten Kleidung führen („overdressed“). Die Standards und Erwartungen fallen teilweise weltweit einheitlich aus, teilweise unterscheiden sie sich nach Ländern, Regionen, Religionen, ethnischer Gruppierung sowie Branchenzugehörigkeit. Natürlich ändern sich Dresscodes im Laufe der Jahrzehnte wie jeder modische Trend.

Ausdrücklich geforderte Kleiderordnungen

Es gibt Bereiche, in denen Berufstätige mit einem unterqualifizierten Kleidungsstil definitiv durchfallen. Manager aller mittleren Leitungsebenen etwa müssen zwingend – außer am Casual Friday – als Damen ein Kostüm, als Herren Anzug und Krawatte tragen (Business attire bis höchstens Smart casual). Ihre Chefs können sich aufgrund der Machtposition Abweichungen erlauben, die untersten Chargen in den Büros ebenfalls.

Die mittlere Ebene hingegen, vom Aufstiegswunsch getrieben, wird sich Abweichungen nicht gestatten. Die Kleidung ist hier wirklich ein Code. Sie bedeutet, dass die betreffenden Personen stets auf Perfektion achten und sich keine Nachlässigkeit erlauben. Das ist auf dieser Ebene notwendig, schließlich geht es um Karriere.

Der Arbeitgeber kann darüber hinaus verlangen, dass die Kleidung dem angestrebten Image, der Corporate Identity und der sonstigen Unternehmenskultur entspricht, ohne konkret bestimmte Kleidungsstücke (oder Farben) vorzuschreiben. Ein treffendes Beispiel für solche Umsetzungen ist der Casual Friday (lockere Bürokleidung am Freitag), wo wiederum die Nichtteilnahme an diesem Kodex Verärgerung erzeugen kann. Wenn ein Mitarbeiter am Freitag dann mit Anzug und Krawatte erscheint, macht er sich zumindest bei den Kollegen unbeliebt.

Typische Dresscodes im Businessbereich sind:

  • Business attire: hochwertigere Anzüge oder Kostüme für leitende Angestellte
  • Smart casual: legeres Business-Outfit, Tagesanzug (Herren), Krawatte möglich, Kostüm oder Hosenanzug für Damen, eher dezente Farben
  • Creative casual: legerer für bestimmte Branchen (IT, Werbung), Shirts oder langärmelige Hemden + Jeans für Herren, Sneakers, Top + Rock oder lange Hose für Damen
  • Business casual: Bürokleidung, in der Regel Anzug mit oder ohne Krawatte und Jacke (wahlweise), auch Shirt statt Hemd, aber Jacke

Vorgeschriebene Standardkleidung (nicht: Arbeitsschutzkleidung)

Unternehmen können Standards vorschreiben, die von einer geforderten Farbwahl über besondere Kleidungsstücke oder einen besonderen Stil bis zur Uniformierung führen, ohne dass es sich um Arbeitsschutzkleidung handelt. Das betrifft etwa das Rezeptionspersonal in Kliniken oder die MitarbeiterInnen von Fast-Food-Ketten und Tankstellen, ebenso werden in Restaurants bestimmte Kleidungsstücke erwartet.

Dabei handelt es sich nicht um arbeitsschutz- oder hygienetechnisch nötige Kleidung, wie sie etwa der Bäcker und die Krankenschwester tragen (obwohl die Krankenschwester der Rezeptionistin ihrer Klinik sehr ähnlich gekleidet ist). Arbeitgeber haben das Recht, diese Art der Kleidung vorzuschreiben, das erlaubt ihnen in Deutschland der § 106 GeWO. Diese Vorschriften können auch beinhalten, dass bestimmte Kleidungsstücke verboten sind.

Warum spricht man vom “Dresscode”?

Kleidung beinhaltet ein Zeichensystem, das historisch gewachsen und bedeutungsschwer ist. Krawattenträger unterstreichen ihre Seriosität, was allein dadurch einleuchtet, dass diese Kleidung weniger komfortabel ist. Sie mühen sich also ernsthaft um einen erstklassigen Auftritt, das ist das in der Kleidung implizierte Zeichen.

Foto: #120518344 | © mast3r – Fotolia.com

  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®. Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.   

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