Hilfe, mein Chef mobbt mich – Tipps und Tricks

Mobbing am ArbeitsplatzWenn ich mich als MitarbeiterIn von meinem Arbeitgeber schikaniert fühle, muss ich mir das nicht gefallen lassen, auch dann nicht, wenn Studien zeigen, dass Führungskräfte oft auffällige psychopathische Verhaltensweisen an den Tag legen. Diese Verhaltensweisen sollen angeblich dazu beitragen, sie erfolgreich zu machen. Schaut man aber mal hinter die Kulissen, entdeckt man mit Sicherheit ungesunde Strukturen im Betrieb, die wenig mit Führungsstärke zu tun haben können.

„Bossing“ gibt es in jedem zweiten Mobbingfall …

Mitarbeiter, die von ihrem Chef oder der Chefin gemobbt werden, fühlen sich oft wie unter einer Glocke. Die Konzentrationsfähigkeit ist verloren gegangen und manche schaffen es nicht einmal mehr, den Inhalt von E-Mails zu erfassen, geschweige eigene Texte zu schreiben. Bauchkrämpfe und Kopfschmerzen sind an der Tagesordnung und manche klagen über ein nervöses Augenzucken. Ess- und Schlafstörungen können sich einstellen und man bekommt Probleme, überhaupt noch klare Gedanken fassen zu können. Dieser Zustand kann sich so verschlimmern, dass Suizidgedanken diese Menschen begleiten.

Unter dem Begriff Mobbing wird Schikanieren und Drangsalieren sowie das Benachteiligen und das Ausgrenzen von Kollegen und Mitarbeitern verstanden, und dies über einen längeren Zeitraum. Nicht zu vergessen, wovon häufig Frauen betroffen sind: Sexuelle Annäherungen durch Vorgesetzte am Arbeitsplatz. Vielleicht sind gerade neue Mitarbeiter dafür prädestiniert, ein Mobbingopfer zu werden. Oft starten diese voller Tatendrang und arbeiten sehr engagiert – das fällt auf, und zwar nicht nur den Kollegen. Das kann dann leider schnell zur Kritik führen. Laut Studien soll jeder erwerbstätige neunte Deutsche bereits Erfahrungen dieser Art gemacht haben. Weiter heißt es, dass in 40% – 70% der Fälle die Führungskräfte dafür alleine verantwortlich sind, während es in gut 10% der Fälle so sein soll, dass hier Chef und Mitarbeiter gemeinsame Sache in puncto Mobbing machen. Als Hauptgrund nennen befragte Vorgesetzte, diese Mitarbeiter zu einer Kündigung bewegen zu wollen.

Wie kann man Mobbing durch Führungskräfte ein Ende bereiten?

Meist geben sich die Mobbingopfer selbst die Schuld und denken sie seien nicht gut genug. Diese Selbstzweifel gepaart mit „der Freigabe“ des Chefs die Mitarbeiter auf sein Opfer loszulassen, führen oft dazu, dass Betroffene als einzigen Ausweg die Kündigung sehen. Mobbingfälle bewegen sich leider immer noch auf juristischem Neuland. Es gibt den Betriebsrat, Gewerkschaften und verschiedene Netzwerke, an die Opfer sich wenden können. Es gibt ein „Mobbingtagebuch“, welches ins Internet gestellt werden kann und zahlreiche Selbsthilfegruppen bis hin zu anwaltlichem Beistand. Es gibt aber auch Maßnahmen, die Betroffene für sich selbst ergreifen können, um mit Bossing am Arbeitsplatz fertig zu werden, es einzudämmen und schließlich aufzulösen. Wichtig ist, Schritt für Schritt vorzugehen, um ein bewusstes Handeln und damit überlegtes Abwehren von Bossing am Arbeitsplatz durchführen zu können. Dadurch erfolgt eine Art Wandlung – man verschiebt praktisch als Betroffener die eigenen mentalen Grenzen und nutzt diese zum eigenen Vorteil. Das Ziel: Raus aus der Opferhaltung!

Umgesetzt heißt das:

  • die innere Defensive aufgeben!
  • dem „bossenden“ Chef Gegenwehr signalisieren und mit kleinen Gesten Grenzen setzten!
  • ein baldiges „Stopp“ möglichst bereits nach den ersten Bossing-Angriffen geben!
  • dem Chef klarmachen, dass er es nicht mehr mit einem absolut wehrlosen Opfer zu tun hat!
  • dem Bossing-Täter wenig, bzw. keine Bestätigung mehr geben!

Durch das neu aufgebaute Selbstbewusstsein des Mobbing-Opfers wird klar signalisiert, dass es für den Chef kein einfaches Spiel mehr ist , weiter zu schikanieren. Manchmal ist es auch möglich, zuvor unbeteiligte Kollegen zu motivieren, sich für mehr Solidarität am Arbeitsplatz einzusetzen und dem Bossing-Chef dadurch den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Unterstützung gibt es auch außerhalb des eigenen Unternehmens bei Coaches und Beratern. UPGREAT bietet professionelles Coaching und unterstützt in persönlich oder beruflich herausfordernden Situationen.

Foto: © Jakub Jirsák – Fotolia.com

  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®. Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.   

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