Initiativbewerbung – den Arbeitsmarkt sondieren und wie finde ich die richtigen Firmen und Positionen für mich?

Stapel an Bewerbungen und der aktuelle StellenmarktSuchen Sie bereits seit einer Ewigkeit nach Ihren Traumjob? Doch es mag irgendwie nie klappen? Das liegt eventuell daran, dass die Kuchenstücke längst verteilt wurden, sobald Sie sich auf eine Anzeige melden. Ein Großteil der interessanten Stellen werden nicht offiziell ausgeschrieben, sondern über das bekannte Vitamin B vergeben. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie an Jobs im verdeckten Stellenmarkt herankommen und die passende Position finden.

Initiativbewerbungen vs. Blindbewerbungen

Im ersten Moment nehmen Sie wahrscheinlich an, dass es sich um das gleiche Prozedere handelt. Dem ist nicht so. Blindbewerbung bedeutet, Sie schicken Ihre Bewerbung an zig Unternehmen und wissen vorab nicht, ob diese überhaupt suchen oder wie es derzeit um die Firma steht.

Initiativbewerbung bedeutet wiederum, dass Sie im Vorfeld Recherchearbeiten durchführen. Dies beginnt beispielsweise bei der ersten Kontaktaufnahme per Telefon. Auch macht es Sinn zu googeln, welche Berichte über das Unternehmen veröffentlicht wurden. Ist die Firma gerade dabei zu expandieren oder werden neue Produkte entwickelt?

Ein Klassiker der Initiativbewerbung kommt zu tragen, wenn neue Einkaufszentren gebaut werden. Meist ist im Vorhinein schon klar, welche Geschäfte einziehen werden. Hier haben Sie schon während der Bauphase die Chance auf einen Job, weil bei Neueröffnungen zahlreiches Personal gesucht wird.

Wer sich initiativ bewirbt, macht auf einen Personalchef einen guten Eindruck. Dieser erkennt sofort, dass es sich um eine Person handelt, die arbeiten will und keine Mühen scheut, einiges über das Unternehmen herauszufinden. Wenn Sie beispielsweise in der Bewerbung erwähnen, dass Sie von einer Expansion erfuhren, bringt Ihnen alleine dieser kleine Zusatz Vorteile. Weil Sie Interesse an der Firma selbst zeigen und nicht nur an der Tätigkeit.

Facebook, Xing und Co: Netzwerken ist erlaubt

Dank der neuen Medien wird es immer leichter, einen passenden Job zu finden. Wer eine bestimmte Firma oder Tätigkeit im Visier hat, checkt als erstes einmal die Freunde auf Facebook ab. Ist der gewünschte Personalchef zum Beispiel ein Bekannter von einem Freund, stehen die Chancen zumindest auf ein Vorstellungsgespräch ziemlich gut. Dank der Netzwerkeinstellungen sehen Sie rasch, wer mit wem befreundet ist und können davon wunderbar profitieren.

Auch das gute alte Offline Freundesnetzwerk hat noch lange nicht ausgedient. Arbeitet bereits ein Freund bei einer Firma, können Sie diesen fragen, ob Stellen frei sind oder ob er eine Empfehlung abgibt.

Die Vorteile einer Initiativbewerbung

Suchen Firmen nach Personal, haben diese in der Regel eine gewisse Vorstellung davon, wen sie suchen. Umgekehrt, erhalten Sie die Möglichkeit sich zu verkaufen und dem Unternehmen eventuell eine Mitarbeit anzubieten, die bislang fehlte. Sie präsentieren Ihre Qualitäten dem Personaler und bauen diese bestenfalls in die Firmenstruktur ein.

Wenn Sie sich beispielsweise in einem Yogastudio als Bürokraft bewerben, selbst gerne Yoga betreiben, Grafikdesign beherrschen und sich mit Social-Media auskennen, haben Sie gute Chancen auf den Job, der eventuell noch gar nicht ausgeschrieben ist. Das Studio, welches am Anfang steht und sich mit Büroarbeit nicht wirklich auskennt, hätte einfach nach einer Bürokraft gesucht. Sie hätten sich darauf vielleicht nicht beworben, weil Sie sich zu überqualifiziert fühlten.

Recherchieren Sie stets überall

Egal ob Sie eine oder mehrere Firmen im Auge haben, machen Sie es richtig und recherchieren Sie, soviel Sie nur können. Lesen Sie regelmäßig Fachzeitschriften, besuchen Sie bestimmte Messen, unterhalten Sie sich mit anderen Unternehmern und mit Ihrem sozialen Umfeld. Der Vorteil an einer ordentlichen Recherche ist, Sie wissen im Endeffekt einiges über die Firma und könnten bei einem Vorstellungsgespräch tiefer in die Materie eintauchen.

Aus einem Bewerbungsgespräch wird beinahe ein Geschäftsmeeting. Stellen Sie Fragen zu den neuen Produkten und bringen Sie unaufdringlich Ideen ein, die dem Unternehmen helfen. Am Ende haben Sie das Gefühl, Sie sind nicht der Bewerber, sondern ein Business Partner. Man trifft sich quasi auf Augenhöhe und das verspricht eindeutig mehr Erfolg.

Fazit: Vitamin B ist nach wie vor der wichtigste Bestandteil des Erfolges. Verlassen Sie sich nicht auf das Arbeitsamt alleine und konzentrieren Sie sich eher auf die Jobs, die Sie wirklich interessieren. Ein guter Mix ist die beste Bewerbungsmotivation, die Chancen stehen natürlich höher, wenn die Konkurrenz noch weit entfernt ist.

Foto: #71053560 | © Manuel Adorf – Fotolia.com

  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®. Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.   

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