Burnout

Burnout hat viele Gesichter und ist nicht eindeutig bestimmten Symptomen zuzuordnen. Die Bandbreite reicht von Depressionen über Magen-Darm-Beschwerden bis hin zu chronischen Schmerzen. Der Begriff Burnout tauchte das erste Mal in den 70er Jahren auf, erste Fälle des Burnout Syndroms wurden im Bereich der Krankenpflege festgestellt.

Die Zahl der Burnout-Fälle scheint in unserer Zeit rasant zuzunehmen. Nicht nur, dass immer mehr prominente Personen unter Burnout leiden –auch im eigenen Umfeld hört man vermehrt davon. Der Grund dafür ist sicher, dass offener über das Thema gesprochen wird. Auf der anderen Seite hat sich unser Arbeitsleben enorm gewandelt. Das allgemeine Gefühl ist Beschleunigung  – alles scheint schneller abzulaufen und von jedem werden schnellere Reaktionszeiten und Entscheidungen erwartet. Grund dafür ist zum einen, dass wir auf modernste Technik zurückgreifen können und in Sekundenschnelle Informationen, Anfragen und Termine in alle Teile der Welt verschicken können. Die Arbeit ist nicht mehr wie früher hauptsächlich körperlich, sondern mental. Ein körperlicher Ausgleich fehlt häufig. Die Angst um den Arbeitsplatz erhöht den Druck auf Unternehmen und Arbeitgeber.

Ist man gesund, verfügt man über genügend Energie, Motivation, Gelassenheit zbd Belastbarkeit, um diesem Druck stand zu halten. Man erfährt Bestätigung und Wohlbefinden bei der Arbeit und zeigt Interesse, Kreativität und Neugier für neue Projekte und Themen.

Burnout ist der Zustand körperlicher, psychischer und geistiger Erschöpfung aufgrund von eingeschränkter Erholungsfähigkeit – die normalen Erholungszeiten reichen nicht mehr aus, um genügend Energie aufzutanken. Es gibt berufsbedingte und persönlichkeitsbedingte Faktoren, die ein Burnout-Syndrom begünstigen.

Zu den Risikogruppen gehören Menschen, die häufig zwischenmenschliche Ausnahmesituationen im Berufsalltag erleben wie z.B. Pflegekräfte, Ärzte, Sozialarbeiter, Lehrer und Polizisten – Ebenfalls überdurchschnittlich gefährdet sind Manager und Führungskräfte. Bei ihnen treffen meist mehrere berufsbedingte Burnout-Faktoren zu: Sie haben einen extrem hohen zeitlichen und inhaltlich komplexen Arbeitsaufwand, eine immense Verantwortung und sind konfrontiert mit einer permanenten Forderung nach mehr Leistung. Darunter leidet die Work-Life Balance, denn es wird immer schwieriger, die Doppelbelastung durch Familie und Beruf zu managen.

Menschen, die aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur gefährdet sind, zeigen häufig eine hohe Motivation und Leistungsbereitschaft, einen hohen Perfektionismus und Idealismus sowie ein hohes Harmoniebedürfnis. Das Motto für stürmische Zeiten „Eine Hand fürs Schiff, eine Hand für Dich“ wird von diesen Personen häufig vernachlässigt. Statt an sich und ihre Gesundheit und Erholung zu denken, meinen sie, in kritischen und stressbeladenen Situationen nur mit zusätzlicher Leistung die gewünschten Ziele erreichen zu können. Trotz erhöhtem Einsatz fällt die Leistungskurve rapide ab, die Konzentration lässt nach, es unterlaufen vermehrt Fehler, weitere Symptome sind Schlaflosigkeit, Entscheidungsschwäche, Krankheitsausfälle…

Um Burnout zu bewältigen oder zu vermeiden,  können Unternehmen ihre Mitarbeiter durch gezielte Maßnahmen unterstützen. Diese reichen von einer verantwortungsvollen Arbeitszeitregelung und einer Verbesserung der personellen Besetzung über eine strikte Einhaltung von Pausen und Urlaubszeiten bis hin zu Supervision, Coaching und Trainingsmaßnahmen für Mitarbeiter.


Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 27.03.2012.
  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®. Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.