Elevator Pitch

Elevator PitchBei einem Seminar stoße ich auf viele unbekannte Menschen. Die obligatorische Vorstellungsrunde beginnt. Ich möchte gern beeindrucken. Am besten, nichts Langweiliges sagen. Auf keinen Fall das, was alle anderen schon vor mir gesagt haben. Eher etwas Überraschendes, Neues.

Gerade treffe ich meinen perfekten Arbeitgeber, der mich aber nicht kennt. Oder es ist ein möglicher Geschäftspartner. Oder ein Kunde mit viel Geld. Ich habe eine überzeugende Idee die ihn begeistern wird. Aber sehr wenig Zeit, manchmal nur 30 Sekunden, um diese darzustellen. Geldgeber sortieren schnell Ideen aus. Also Schlagwörter oder Phrasen bereit haben, die man sofort benutzen kann. Wer bin ich und was kann ich? Was alles habe ich schon gemacht? Warum ist meine Idee so perfekt für ihn?

Jetzt kommt es darauf an, einen Elevator Pitch schon im stillen Kämmerlein ausgearbeitet zu haben. Aber was ist das überhaupt? Es ist ein Terminus für eine ca. zweiminütige Präsentation einer Idee. Genau die Zeit, die man braucht, um vom Erdgeschoss zum höchsten Stockwerk eines Hauses zu fahren, wo das Büro des Investors liegt.

Und wie geht das?

Zuerst erstellen Sie eine Liste mit Schlagworten, die Sie als Person beschreiben. Streichen Sie  Klischees oder Schlagworte die nicht wirklich zutreffen. Belassen Sie nur die ehrlichsten und wirklich zutreffenden Beschreibungen.

Zweitens, schreiben Sie Ihren Text so auf wie Sie sprechen. Laden Sie Ihre Sprache ruhig mit Emotionen auf. Benutzen Sie Vergleiche, sprachliche Bilder, Beispiele. Bei Ihrem Gegenüber sollen Assoziationen geweckt werden. Formulieren Sie dabei aber kurz und bündig. Ihre Worte müssen leicht verständlich sein. Ihr Angebot darf nicht mehr Fragen aufwerfen als Antworten geben. Es muss also unwiderlegbar überzeugend wirken.

Drittens, probieren Sie Ihren Elevator Pitch mit Freunden oder Familie aus, lassen Sie deren Kommentare mit einfließen.

Viertens, blicken Sie in einen Spiegel wenn Sie den Pitch ausprobieren. Sie müssen sich in die Augen schauen können. Und sich in den Partner hineinversetzen können. Wie ist er und was will er? Sprechen Sie die Bedürfnisse Ihres Gegenübers an, seine Probleme und versprechen Sie, dass Sie sie lösen können. Verraten Sie noch nicht, wie genau. Besser, der Partner fragt selber nach. Und sagen Sie nicht, welche Produkte Sie selber anzubieten haben, denn das interessiert ihn nicht.

Fünftens, Investoren wollen Geld verdienen, Ihre Ideen müssen also viel Geld einbringen oder einen starken Nutzen haben.

Sechstens, bleiben Sie nicht beim Monolog, versuchen Sie Ihren Partner zum Reden zu bringen. Die meisten Leute wollen nicht nur angeredet werden sondern auch selbst sprechen. Zeigen Sie, dass Sie sich für ihn interessieren. Fordern Sie ihn auf, Ihnen seine Visitenkarte zu geben.


Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 14.08.2012.
  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®. Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.