Persönlichkeitsmodelle

Die Anfänge

Die Psychologie und Psychiatrie versucht sich bereits seit einigen Jahrzehnten daran, den einzelnen Menschen durch die Feststellung der Ausprägung bestimmter Parameter seiner Persönlichkeit zu klassifizieren bzw. seine Matrix zu entschlüsseln. Das Fach, das sich mit den verschiedenen Persönlichkeitstypen beschäftigt, nennt man Psychographie. Die Grundidee der Psychographie ist es, aus der Beobachtung eines Einzelnen, Rückschlüsse auf die Allgemeinheit ziehen zu können, mit dem Ziel die Menschen zu kategorisieren.

Doch an welchen Parametern orientiert sich die Psychographie, wenn es um die Zuordnung zu einem bestimmten Persönlichkeitsmodell geht? Der Ursprung findet sich bei den Philosophen der Antike. Diese beobachteten die Gesetzmäßigkeiten der Natur und da der Mensch auch ein Teil der Natur ist, wurde diese Gesetzmäßigkeit auf den Menschen projiziert. So wurden vier Grundtemperamente herausgefiltert, die den Elementen Feuer, Erde, Wasser und Luft entsprechen. Diese wiederum bilden eine Analogie zu den vier Körpersäften gelbe Galle, schwarze Galle, Blut und Schleim. Die Philosophen gingen davon aus, dass die Überproduktion einer dieser vier Körpersäfte ein bestimmtes Temperament begünstigt. So steht eine Überproduktion von schwarzer Galle für eine melancholische Grundstimmung. Im Laufe der Zeit wurde es allerdings immer deutlicher, dass es auch sog. Mischtypen gibt, die alle vier Temperamente in unterschiedlicher Ausprägung in sich vereinen.

Weitere Antike Formen von Persönlichkeitsmodellen erschuf die Astrologie. Die Eigenschaften der Natur zu einer bestimmten Jahreszeit wurden dem Menschen zugeschrieben, der in diesem Zeitraum geboren wurde. So gelten Wintergeborene laut Astrologie als unterkühlter und energieärmer als Menschen, die im Sommer geboren werden. Diese Annahmen haben sich jedoch im Laufe der Zeit sehr verfeinert und differenziert, weil sich die Astrologie an veränderlichen Planetenpositionen orientiert. Diese Veränderlichkeit hat man dann auch an den einzelnen Sternzeichen erkannt.

Persönlichkeitsmodelle heute

Heute existieren eine Vielzahl von Persönlichkeitstests, die in unterschiedlichen Bereichen eingesetzt werden: in der Personalentwicklung, im Recruiting oder auch in der Schulung von Verkäufern. Es geht bei den meisten Modellen darum, sich selbst besser zu kennen und die eigene Wahrnehmung und die Menschenkenntnis zu verbessern. Warum? Um z.B. als Verkäufer besser auf die Bedürfnisse des Kunden eingehen zu können – oder um als Führungskraft möglichst effektiv – und typgerecht an Mitarbeiter zu delegieren. Welche Informationen sind Ihrem Gegenüber wichtig? Sind Sie Autoverkäufer, können Sie Ihren Kunden mit Zahlen, Daten und Fakten langweilen – während er nur bestätigt haben will, wie sehr im Trend das neue Modell ist, das Sie ihm anbieten. Als Führungskraft braucht Ihr Mitarbeiter vielleicht viel mehr Detailinformationen für die Erledigung einer Aufgabe– Sie wollen aber möglichst wenig vorgeben, um ihn nicht zu bevormunden. Einige Persönlichkeitsmodelle wie z.B. das DiSG© Modell sind sehr einfach verständlich und leicht anwendbar und auf den Alltag übertragbar. Es geht nicht darum, Menschen in Kategorien oder Schubladen einzuordnen, denn jeder Mensch ist individuell. Dennoch gibt ein solches Modell eine Orientierung, das das miteinander Arbeiten und Kommunizieren vereinfachen kann. Wendet man das Modell an, ist man in der Lage, sich zu einem gewissen Grad auf sein Gegenüber einzustellen.


Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 25.06.2012.
  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®. Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.