Work-Life Balance

Der Begriff „Work-Life-Balance“ hat zwei Bedeutungen: Einerseits bezeichnet er das Gleichgewicht (Balance) zwischen den Bereichen Berufsleben (Work) und Privatleben (Life). Zum anderen bezieht er sich auf das Bestreben, ein Gleichgewicht zwischen diesen beiden Lebensbereichen herzustellen und einzuhalten.

Die Definition des Gleichgewichts kann individuell und kulturell unterschiedlich sein. Im Allgemeinen wird oft die Zeit, die für den Beruf aufgebracht wird und die für das Privatleben zur Verfügung steht, in Betracht gezogen. Dies kann jedoch nur ein Anhaltspunkt sein, da individuelle Belastbarkeit sowie die Erfüllung, die im Beruf gefunden wird, von Person zu Person sehr unterschiedlich sein können.

Immer wichtiger ist den meisten Menschen die Sinnhaftigkeit der eigenen Arbeit. Empfindet man die Arbeit als sinnvoll, misst man dem  Beruf eine tiefere Bedeutung bei und findet in ihm eine Befriedigung nicht nur materieller, sondern auch geistiger Bedürfnisse. Auf diese Weise stellt sich leichter ein Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben ein. Aus dieser Erkenntnis wird die Notwendigkeit abgeleitet, den Beruf in einen sinnvollen Zusammenhang mit dem gesamten persönlichen Leben einzubetten, um so eine ausgewogene Work-Life-Balance zu erreichen.

Gerade in der modernen Industriegesellschaft, in der eine strikte Trennung der beiden Lebensbereiche zusehends schwieriger wird, erkennen Organisationen die Wichtigkeit und den Wettbewerbsvorteil, der mit einer Ausrichtung an der Work-Life-Balance verbunden ist. Zu den Maßnahmen, die Unternehmen in diesem Zusammenhang ergreifen gehören: Arbeitszeitflexibilisierung, Einbeziehung der Familie (familienfreundliche Organisation), betriebliche Gesundheitsförderung und Sensemaking (Managementansatz von Karl E. Weick, der darauf ausgerichtet ist, die Erfahrung des Berufslebens mit Sinn und Bedeutung zu erfüllen).

Es wird davon ausgegangen, dass ein Ungleichgewicht zwischen Berufs- und Privatleben zu erhöhtem Stress und damit zu psychischen Problemen führt. Laut OECD gibt es Evidenz dafür, dass lange Arbeitszeiten die persönliche Gesundheit beeinträchtigen, Sicherheitsrisiken bergen und Stress erhöhen. In den modernen Industriegesellschaften ist der Burnout das am weitesten verbreitete Phänomen. Aber auch das Gegenteil, der so genannte Boreout, kann auftreten, wenn die Person nicht ausgelastet ist bzw. in ihrem Beruf keine Erfüllung findet und sich langweilt.


Dieser Artikel wurde veröffentlicht am 31.07.2012.
  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®. Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.