Was die Generation Z von Arbeitgebern erwartet

Die Generation Z sind gewissermaßen die Nachfolgerinnen und Nachfolger der Generation Y – doch mit grundlegenden Unterschieden, obwohl sie altersmäßig nur wenige Jahre trennen.

Die junge Generation ist selbstbewusst und fordert das Entgegenkommen der Älteren. Ein Ausdruck dieser Haltung ist die Äußerung „OK Boomer“: Damit wird eine Zurechtweisung durch Vertreter der Babyboomer-Generation abgekanzelt. Die anspruchsvolle und selbstbewusste Generation stellt daher auch Arbeitgeber vor neue Herausforderungen.

Quo vadis, Generation Z?

Die heute 18- bis 24-Jährigen wissen laut aktuellen Umfragen die Sicherheit eines Arbeitsplatzes und gute Karrieremöglichkeiten in einem Unternehmen besonders zu schätzen. Das klingt erstmal überhaupt nicht neu, speziell oder gar schwierig. Doch wer genauer hinsieht, merkt, dass diese altmodisch anmutenden Wohlfühl-Faktoren zwar weiterhin bedeutend sind, aber gleichzeitig sich ganz neue Faktoren entwickeln, die der jungen Generation wichtig sind.

Dazu zählen beispielsweise Diversität, inklusives Verhalten und nachhaltige Denkweise des Arbeitgebers. Jobsicherheit und Karrierechancen sind also gern gesehen – aber nicht überall. Es zeigt sich, dass die Generation Z zwar auch traditionelle Werte hat, aber gleichzeitig das Gewissen des Unternehmens hinterfragt. Wie verhält sich das Unternehmen, welche gesellschaftspolitische Rolle nimmt es ein, welche Werte vertritt es?

Die grundlegenden Haltungen der Unternehmen scheinen stärker in den Fokus zu rücken. Karriere machen? Ja, aber nicht überall und um jeden Preis – das scheint das Motto der Generation Z zu sein. Das Prüfen sozialer Aspekte im beruflichen Kontext bedeutet auch, dass Unternehmen, die händeringend nach gut ausgebildeten, jungen Arbeitskräften suchen, auf diese neuen Anforderungen reagieren müssen. Das Ignorieren dieser Entwicklungen kommt nicht in Frage, Stichwort „War of Talent“.

Was können Personaler und Führungskräfte tun?

Wie können sich Unternehmen auf diese neuen Anforderungen und Erwartungshaltungen einstellen? Klar ist, es müssen gewisse Rahmenbedingungen geschaffen werden, um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Diversität ins Unternehmen zu bringen, ist eine einfache Möglichkeit und eine echte Bereicherung.

Ehrlichkeit als Grundregel

Gleichzeitig mus sman ehrlich sagen, dass bei manchen Unternehmen schlichtweg kein sozialer Gedanke im Fokus des täglichen Tuns steht. Wenn das der Fall ist, sollte man damit ehrlich umgehen. Statt mit weit hergeholten Geschichten zu versuchen, das Unternehmen anders darzustellen, als es eigentlich ist, kann offen kommuniziert werden, wofür man steht – und das, ohne als asozial abgestempelt zu werden. Es ist legitim zu sagen, dass ein Unternehmen primär dazu da ist, Geld zu verdienen.

Nichts wäre schlimmer, als das Unternehmen anders darzustellen, als es wirklich ist. Gerade die Generation Z ist bestens vernetzt, das Internet und insbesondere Bewertungsportale tun das ihre dazu, dass in solchen Fällen der verzerrten Darstellung schnell das wahre Gesicht öffentlich bekannt wird.

Für alle anderen Unternehmen gilt das Zauberwort des Brandings. Sich selbst als positiven Arbeitgeber zu positionieren bedeutet, auf die Erwartungen der Generation Z einzugehen. Dazu bedarf es konkreter Marketingmaßnahmen und ehrlicher, zielgerichteter Kommunikation, die ein klares Bild davon vermittelt, wofür das Unternehmen steht. 

Eine transparente Vision und Mission ist ebenso essentiell, denn so ergibt sich für Mitarbeitende die Möglichkeit, sich stärker mit dem Unternehmen zu identifizieren. Diese Branding-Aktivitäten beginnen bei Vision und Mission, müssen aber genauso schon in Stellenanzeigen erkennbar sein. Zur Kommunikation dieser Inhalte eignen sich, in diesem Fall besonders zielgruppengerecht, insbesondere auch soziale Medien.

Walk the Talk

Branding und starke Kommunikation dieser soften Inhalte sind wichtig und bringen die Möglichkeit, sich als potentieller Arbeitgeber attraktiv zu positionieren. All das lohnt sich jedoch nur, wenn auch die tägliche Realität im Unternehmen entsprechend aussieht.

Dementsprechend sind hier nicht nur Personalerinnen und Personaler und das Marketing- und Kommunikations-Team gefordert, sondern ganz besonders auch die Führungskräfte. Sie sind es, die Tag für Tag die vermittelten Werte und Grundhaltungen des Unternehmens repräsentieren und aktiv vorleben müssen. Nur so gelingt es, sich dauerhaft und glaubwürdig als spannender Arbeitgeber zu positionieren und die Generation Z zu überzeugen.

Abbildung: #102623992 | (c) mast3r – fotolia.com

  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®.
    Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.

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