„Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?“ – Führungsqualitäten ausbauen durch Coaching

Eine der wichtigsten Aufgaben einer Führungskraft ist es, die Mitarbeiter zu motivieren – oder zumindest demotivierende Faktoren aus dem Weg zu räumen. „Wie motivieren Sie Ihre Mitarbeiter?“ , frage ich meinen Klienten. „Wenn ich nichts sage, wissen sie, dass ich zufrieden bin.“, antwortet er. Wir arbeiten im weiteren Verlauf der Sitzung heraus, dass er befürchtet, dass seine Mitarbeiter sich nach einem Lob „auf ihren Lorbeeren ausruhen“. Aus dieser Angst heraus vergibt er eine sehr wirkungsvolle Gelegenheit, seine Mitarbeiter durch Lob und Anerkennung zu motivieren.

Im weiteren Verlauf des Coachingprozesses stellt sich heraus, dass auch er mit Lob nicht gut umgehen kann.  Er lässt sich coachen, um seine Führungskompetenzen weiter auszubauen. Er möchte motiviertere Mitarbeiter, die bereit und offen sind für Veränderungen, er möchte in schwierigen Mitarbeitergesprächen mehr Sicherheit. Die Anliegen für ein Coaching sind sehr vielfältig und reichen vom Ausbau von Führungsqualitäten über dem besseren Umgang mit Konfliktsituationen bis hin zur Vorbereitung auf eine bestimmt Gesprächssituation. Coaching hat sich in den letzten Jahren zu einem immer beliebteren Format der Personalentwicklung heraus gebildet. Bisher ist es häufig Führungskräften vorbehalten. Aber auch Mitarbeiter und sogar Assistentinnen nehmen vermehrt Coaching in Anspruch.

Im Gegensatz zum Besuch eines Seminars, ist das Ziel des Coachings nicht, theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern Coach und Coachee arbeiten ganz konkret an individuellen Fällen. Coaching ist auf Selbsterkenntnis ausgerichtet. Als Führungskraft benötigt man andere Kompetenzen als zuvor als Fachkraft. Gefragt sind eine hohe Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Durchsetzungsfähigkeit, Motivationsfähigkeit, Empathie, Handlungsorientierung, Entscheidungsfähigkeit und nicht zuletzt Reflektionsfähigkeit. Letzteres ist für mich eine der wichtigsten Kompetenzen. Wer reflektionsfähig ist, schätzt seine Stärken und Schwächen realistisch ein, zeigt Interesse an Feedback, analysiert Erfolge und Misserfolge und schafft so die Basis für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Führungskompetenzen. Coaching hilft der Führungskraft zu reflektieren. Der Coach agiert als „Spiegel“ oder als neutraler Sparringspartner. Er ist unvoreingenommen und liefert den Blick von außen, der einem als Führungskraft oft verloren geht.

Auch mein Klient hat durch Coaching gelernt, seine Mitarbeiter zu loben. Wir haben für ihn annehmbare Formulierungen heraus gearbeitet, mit denen er authentisch  – und mit Erfolg seine Mitarbeiter loben kann.  Und seine Angst erwies sich ebenfalls als unberechtigt – sein Team hat erfolgreich eine strukturelle Veränderung gemeistert – ohne Fluktuation und Demotivation – und mit viel Orientierung und Information von seiner Seite.

Foto: © JiSIGN – Fotolia.com


Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Führung.
  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®. Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.   

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