Artikel der Kategorie: Konfliktmanagement

Nein sagen – Grenzen ziehen

Nein sagen, Grenzen ziehen

Im Berufsleben gibt es Situationen, in denen jemand notgedrungen Ja sagen muss. Zugleich gibt Situationen, in denen ein Nein erforderlich ist. Wer nicht beizeiten lernt, Grenzen zu setzen, wird leicht ausgenutzt. Die Kunst besteht darin, Nein zu sagen, ohne konfrontativ zu wirken.

In Stresssituationen ist ein klares Nein gegenüber anderen hilfreich. Ob es sich dabei im einen spontanen Urlaubswunsch handelt, oder um einen Kollegen, der seine Arbeit nie schafft, spielt keine Rolle. Wo Grenzen überschritten werden, die die eigene Belastungsfähigkeit strapazieren, muss ein Arbeitnehmer Nein sagen. Damit haben einer Umfrage zufolge viele Kollegen Probleme.

Ja-Sager umschiffen Konfliktsituationen

Sie vermeiden Diskussionen. Sie mögen nicht unter Druck stehen, oder andere enttäuschen. Viele Kollegen haben Schuldgefühle, wenn sie Nein sagen. Sie fürchten, als unkollegial zu gelten. Zugleich wissen die meisten Arbeitnehmer, dass sie Rücksichten auf sich selbst nehmen müssen, um überzeugende Arbeitsergebnisse abzuliefern.

Wenn ein Kollege täglich die nicht geschaffte Arbeit anderen hinlegt, ist spätestens eine Grenzziehung notwendig. Doch Abgrenzungen fallen den meisten Arbeitnehmern schwer. Viele Kollegen fühlen sich überrumpelt. Sie sagen zu, bevor sie nachdenken können. Sie möchten als hilfreich angesehen werden. Viele nehmen sich der Mehrarbeit an, bevor ein anderer sie in schlechterer Qualität, oder deutlich später abliefert.

Ja-Sagerei kostet einen Preis

Wer beizeiten Grenzen und Prioritäten setzen und delegieren lernt, ist klar im Vorteil. Wer oft Ja sagt, zahlt am Ende einen hohen Preis:

  • Er verfügt über geringere Energie-Ressourcen, weniger Erholung und weniger Zeit für eigene Projekte.
  • Er opfert häufig die Konzentration auf eigene Projekte, oder mindert deren Ergebnisse.
  • Er enttäuscht vielleicht andere Menschen, die aufgrund einer Zusage entsprechende Erwartungen an ihn hatten
  • Er leidet an geringerer Selbstachtung, weil er erneut gegen eigene Interessen gehandelt hat.
  • Er öffnet der nächsten Mehrarbeits-Anfrage Tür und Tor.

Rollenkonflikte sind schlechte Ratgeber

Viele Menschen schaffen es nicht, Nein zu sagen, weil sie in Rollenkonflikten feststecken. Beispielsweise erklären sich viele Arbeitnehmer in Krisenzeiten solidarisch mit dem Unternehmen, auch wenn die Familie zu kurz kommt. Wer seine Rollen abklärt, kommt besser zurecht, wenn er Nein sagen möchte.

Enttäuschungen und Streit sollen umschifft werden

Warum manche Menschen ständig Ja sagen, hat mit ihrer Konfliktunfähigkeit und Harmoniesucht zu tun. Manche Menschen sagen lieber Ja, als anzuecken, Diskussionen auszulösen oder Unfrieden stiften. Wer Nein sagen kann, zeigt Selbstbewusstsein. Halbherzige Zusagen sollten unterbleiben. Ein deutliches Ja und ein unmissverständliches Nein schaffen Klarheit. Sie verhindern Enttäuschungen.

Ein starres Selbstbild ist hinderlich

Jeder spielt eine bestimmte Rolle im Betrieb: Der eine möchte gerne auf Kosten anderer als großer Zampano dastehen. Der anderen sticht durch Fleiß, Akribie und Akkuratesse hervor, bleibt aber gerne im Hintergrund. Wer sich als engagierter Kollege, Freund und Helfer versteht, kann oft schlechter Nein sagen. Wenn er seine eigenen Ziele nicht im Auge behält, verrennt er sich leicht. Auch der nette Kollege, der immer zur Stelle ist, muss mal Nein sagen dürfen.

Wie sagt man denn nun Nein?

Ein souveränes Nein kann beispielsweise ein Ersatzangebot zu anderer Zeit beinhalten. Das klingt freundlich. Gut ist, wenn der Arbeitnehmer erkennt, wann er eigentlich Nein sagen möchte, und es dennoch nicht tut. Jeder kennt die Tricks, Versprechen und verbalen Lockvögel, mit denen man einen Kollegen entgegen eigener Interessen zum Ja bewegen kann. Diese zu erkennen, ist wichtig.

Die Körpersprache sollte kein Vielleicht signalisieren, wenn das Nein klar formuliert wird. Nehmen Sie sich für die Antwort immer etwas Zeit, sonst erfolgt sie leicht voreilig. Finden Sie die richtigen Worte für das Nein. Bieten Sie Alternativen, machen Sie die Folgen einer Zusage für andere deutlich, oder begründen Sie Ihre Absage kurz. Sie müssen aber damit rechnen, dass Ihr Gegenüber diese Gründe aushebelt. Schmücken Sie die Absage mit anerkennenden Worten.

Abbildung: #224036933 | (c) mast3r – fotolia.com

Teamstruktur – Was, wenn mein Chef jünger ist?

Teamstruktur - Was ist, wenn mein Chef jünger ist?Die Chefs in den Unternehmen werden jünger, was eine direkte Folge der Digitalisierung ist. Jüngere Menschen verstehen einfach die digitalen Technologien besser. Doch zwei Drittel aller Teams möchten das nicht akzeptieren.

Das ist gefährlich und überflüssig: Die Generation Y übernimmt die Führungsrolle eigentlich auf dieselbe Art und Weise wie die Vertreter der Babyboomer-Generation.

weiterlesen

Perfektes Team: So setzt es sich zusammen

Wie setzt sich das perfekte Team zusammen?Führungsteams arbeiten am effektivsten, wenn in ihnen vier bestimmte Persönlichkeitstypen vertreten sind. Das hängt direkt mit physiologischen Prozessen im Gehirn zusammen.

Dort definieren für uns Neurotransmitter, was wir bei der Arbeit lieben und ablehnen. Die vier Managertypen sollen dementsprechend helfen, Probleme auf unterschiedliche Weise anzugehen.

weiterlesen

Low Performer: Warum die Leistung nachlässt

Low PerformerNachlassende Leistungen, erkennbar sinkende Motivation oder deutlich langsameres Arbeiten – wenn Arbeitgeber diese Veränderungen an einem Mitarbeiter bemerken, haben sie es mit einem Low Performer zu tun. Per Definition genügen die Leistungen eines Low Performers den Erwartungen des Vorgesetzten nicht mehr. Die Probleme, die sich aus der dauerhaften Beschäftigung eines Low Performers vor allem auch für die Kollegen ergeben, sind offensichtlich: In der Regel müssen sie die liegengebliebene Arbeit übernehmen oder viel Zeit für Korrekturen qualitativ minderwertiger Arbeit investieren.

In der Folge sind Beschwerden von allen Seiten vorprogrammiert. Doch wie reagieren Arbeitgeber am besten, wenn sie einen Low Performer in ihrem Team vermuten? Welche Ursachen gibt es für plötzlich nachlassende Leistungen? Und wie lässt sich der Mitarbeiter wieder auf Kurs bringen?

weiterlesen

360°-Feedback

360 Grad FeedbackDas 360°-Feedback ist heute ein gängiger Standard der Personalauswahl und -entwicklung. Fach- und Führungskräfte wenden die Methode regelmäßig an und werden auch selbst mit ihr konfrontiert.

Das 360-Grad-Feedback ist eine Methode, die der Beurteilung von Fähigkeiten und Potenzialen eines Mitarbeiters dient. Sie zeichnet sich dadurch aus, dass mehrere Hierarchieebenen einbezogen sind.

weiterlesen

Krisen meistern mit Resilienz

Krisen meistern mit Resilienz.Das Wort Resilienz stammt aus dem Lateinischen, resilire, und bedeutet wörtlich übersetzt abprallen oder zurückspringen. Der psychologische Begriff der Resilienz meint die Widerstandsfähigkeit, die innere psychische Stärke eines Menschen, mit Krisen umzugehen und mit ihnen fertig zu werden, sei es im privaten aber auch im beruflichen Bereich. Wer eine hohe Resilienz hat, verfügt über die entsprechenden inneren Ressourcen, um auch Krisenzeiten gut zu überstehen und nicht an ihnen zu zerbrechen.

Diese innere Widerstandsfähigkeit gegen Lebenskrisen kann man trainieren, was psychologisch erwiesen ist. Es ist also sinnvoll, sich bereits vorbeugend mit dem Thema Resilienz auseinanderzusetzen. So können Sie Rückschläge und Krisenzeiten, besser verarbeiten und gestärkt aus ihnen hervorzugehen.

weiterlesen

  • Seite 1 von 3
  • 1
  • 2
  • 3
  • >
  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®. Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.