Drei-Zonen-Modell – Wie Sie an Herausforderungen wachsen

Drei Zonen ModellViele Menschen tendieren dazu, sich von Zeit zu Zeit in ihre Komfortzone zurückzuziehen.

Doch diese hat nicht unbedingt den besten Ruf: Wer seinen Mitmenschen besonders träge erscheint, hört nicht selten die Aufforderung, doch diese Zone endlich zu verlassen. Das dürfen wir empfehlen, denn es birgt kaum ein Risiko.

Was ist eigentlich die Komfortzone?

Der Begriff gehört nicht nur zur Umgangssprache, sondern zu einem psychologischen Drei-Zonen-Modell. In diesem Rahmen ist die Komfortzone wichtig, wir sollen sie nicht gänzlich aufgeben. Die anderen beiden Zonen – Wachstums- und Panikzone – sind nämlich sehr fordernd. Wer sich nur innerhalb dieser beiden Zonen bewegt, also niemals Entspannung und Komfort genießt, verschleißt auf Dauer und brennt aus. Er lernt auch nichts mehr. Darauf weist der Psychoanalytiker Nico Rose hin.

Grob lassen sich die drei Zonen so beschreiben:

  • Komfortzone: Wir fühlen uns sicher, haben keine drängenden Aufgaben zu erledigen und genügend Zeitressourcen, um entweder zu spielen oder spielerisch etwas Neues auszuprobieren. Unser Gehirn kann vorher Gelerntes in Ruhe verarbeiten und unter anderem auf seinen Nutzen hin abwägen.
  • Wachstums-, Lern- und Risikozone: Wir werden gefordert, stehen unter Zeitdruck und müssen schnelle Lösungen finden. Unser Gehirn muss schnell agieren und kann im besten Fall sehr schnell lernen. Zu dieser Zone gehören auch ungewohnte Situationen, denen wir mit der gewohnten Routine nicht begegnen können. Das regt unsere Kreativität an.
  • Panikzone: Wenn wir in Zone 2 die Herausforderungen nicht bewältigen, weil sie vielleicht allzu ungewohnt und groß sind, geraten wir in Panik. Das führt zu Kontrollverlust, Lähmung oder Überreaktion. Wir lernen eigentlich nichts mehr hinzu außer das Gefühl, schreckliche Angst zu haben. Evolutionär war Panik immer auch sinnvoll, um in absoluten Notsituationen zu fliehen oder den Feind entschlossen anzugreifen. Im modernen Berufs- und Alltagsleben wirkt sie jedoch allzu oft extrem kontraproduktiv.

Der zweifelhafte Ruf der Komfortzone

Die Komfortzone genießt einen zweifelhaften Ruf, jedoch nur deshalb, weil der Begriff inflationär verwendet wird. Er verbindet sich für uns mit dem Bild eines faulen Menschen, der antriebslos auf seinem Sofa liegt und seine Potenziale nicht ausschöpft. Solche Menschen gibt es zwar wirklich, doch fast niemand liegt ausschließlich auf dem Sofa – das funktioniert nämlich nicht. Es ist also auch eine Frage unserer Wahrnehmung, ob eine Person sich in unseren Augen (vermeintlich) ständig in ihrer Komfortzone bewegt.

Unter unseren Berufskollegen meinen wir diejenigen unter ihnen, die nur an ihren Routinen kleben und keinen Handschlag zu viel machen. Vielleicht stimmt aber auch dieses Bild nicht. Vielleicht probieren diese Kollegen durchaus sehr viel, nur das Ergebnis ist nicht sichtbar.

Für uns sichtbar fallen sie nur immer wieder in ihre Komfortzone zurück. Diese brauchen sie womöglich, wie wir sie alle brauchen. Das meint jedenfalls der Psychologe Nico Rose. Wir brauchen eine Zone der Entspannung. Entscheidend ist, wie wir die drei Zonen untereinander austarieren, um in beruflicher Hinsicht am effizientesten zu agieren.

Der Wechsel zwischen Komfort- und Risikozone

Die Zone 3 der Panik sollten wir tunlichst vermeiden, allerdings kann sie durch äußere, von uns nicht beeinflussbare Ereignisse ausgelöst werden. Wenn unsere Firma in Schwierigkeiten gerät, die wir weder verursacht haben noch allein lösen können, liefert die Panikzone das nötige Alarmsignal: Vielleicht sollten wir uns nach einem neuen Arbeitgeber umsehen.

Ansonsten, unter normalen Bedingungen, ist Panik meistens unangebracht. Sinnvoll ist ein stetiger Wechsel zwischen Komfort- und Risikozone. Letztere bringt Herausforderungen mit sich und verursacht auch moderate Angst. Daran können wir wachsen, wenn wir auf die Herausforderungen schnell und effizient reagieren. Was wir dabei lernen, können wir wieder mit in die Komfortzone nehmen, um es in Ruhe zu verarbeiten. Sollten wir wirklich wachsen, können wir es uns leisten, die Zeit in der Komfortzone zu verkürzen. Wir sind dann leistungsfähiger und besser entscheidungsfähig. Der planvolle Umgang mit den drei Zonen ist daher ungemein nützlich.

Abbildung: #163062232 | © mast3r – fotolia.com

  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®.
    Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.

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