Nachhaltige Wirkung von Personalentwicklungsmaßnahmen durch Erfolgskontrolle

PersonalentwicklungPersonalentwicklungsmaßnahmen wie Trainings, Coachings oder komplexe Entwicklungs- oder Veränderungsprogramme kosten Geld und Zeit. In einigen Unternehmen begegnet einem externen Personalentwickler manchmal eine „wir müssen schnell was tun“- Mentalität. Bei den Mitarbeitern begegnet uns häufig eine passive Konsumentenmentalität. Beide Parteien haben nach der Maßnahme das gute Gefühl, etwas getan zu haben und an der Weiterentwicklung gearbeitet zu haben. Nachhaltigkeit und Transfer wird damit nicht gesichert – und auch kein ermittelbarer Return on Invest.

Wann hat sich eine PE-Maßnahme wirklich gerechnet? Diese Frage stelle ich vor der Maßnahme. Ganz zu Beginn werden Ziele und detaillierte Kriterien formuliert, an denen der Erfolg der Maßnahme gemessen werden kann. Auch „weiche“ Kriterien lassen sich messen. Wichtig ist eine genaue Formulierung der Ziele und auch der Kriterien. Ob Kundenzufriedenheit oder Mitarbeitermotivation, für fast alle Themen lassen sich Ziele und Kriterien definieren. Diese werden am besten in einer übersichtlichen Matrix zusammengestellt. Der Ist-Zustand bezüglich der einzelnen Kriterien wird von Mitarbeitern oder Führungskräften beurteilt. Auch die Relevanz der Kriterien spielt eine Rolle. Wie wichtig ist jedes einzelne Kriterium für den Erfolg (des Teams, der Abteilung)? Nicht alle Kriterien sind gleichermaßen erfolgsbestimmend. Dann wird das gewünschte Ziel für jedes Kriterium bestimmt. Stehe ich aktuell bei dem Kriterium „Der Mitarbeiter kommuniziert proaktiv mit Kunden“ auf der Note 5 (auf einer Skala von 1-10) definiere ich außerdem ein Ziel: Wo will ich nach der Maßnahme stehen? Nicht alle Kriterien benötigen eine 10 als „Abschlussnote“. Durch diesen Prozess leitet ein externer Trainer oder Berater, der einen Blick von außen bringt und Dinge hinterfragt, die aufgrund von Betriebsblindheit hin und wieder von den Beteiligten nicht gesehen werden.

Stehen alle Kriterien und Ziele fest, erfolgt die eigentliche Trainingsmaßnahme durch ein oder mehrere Module. Zu einem vorab festgelegten Zeitpunkt nach Abschluss der Maßnahme wird erneut der Ist-Zustand zu den einzelnen Kriterien ermittelt. An Hand des Ergebnisses (sind alle Ziele erreicht? Wo gibt es noch Diskrepanzen) können bei Bedarf weitere Aktionen z.B. in Form von individuellen Coachings oder Teamcoachings erfolgen.

Diese Vorgehensweise hat viele Vorteile. Sie macht nicht nur den Erfolg messbar – sie vermittelt an Auftraggeber und Teilnehmer ein viel intensiveres Bewusstsein für das Thema und weckt das Commitment, sich für die gemeinsame Zielerreichung einzusetzen. Das erfordert letztendlich mehr Aufwand, als ein einzelnes schnelles 2-Tages-Seminar zum Thema „So steigern wir die Kundenzufriedenheit“. Detaillierte Vorgespräche und ein Workshop vorab zur Klärung der Kriterien sowie die anschließende Ergebniskontrolle sind notwendig.

Im Einzelcoaching ist diese Vorgehensweise übrigens auch einsetzbar und sichert ein ziel- und lösungsorientierten Coachingprozess.

von Marion Schomacher, Expertin der Erfolgskontrolle (BDVT)

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.