Heimvorteil beim Jobwechsel?

Worauf Sie bei Ihrer Bewerbung auf eine interne Stelle achten sollten

Will man sich beruflich neu orientieren und strebt eine neue Position ist, bedeutet dies nicht immer automatisch, dass man auch den Arbeitgeber wechseln muss. Je nach Größe des Unternehmens findet man auch intern eine Reihe interessanter Stellen. Offene oder neu geschaffene Stellen werden in der Regel zuerst intern ausgeschrieben. Arbeitgeber bevorzugen häufig diese Möglichkeit der Stellenbesetzung. Dies spart auf der einen Seite die Kosten der Rekrutierung wie Anzeigenschaltung etc., auf der anderen Seite verfügen die Mitarbeiter bereits über eine gute Kenntnis des Unternehmens, der Kultur und auch der Arbeitsprozesse. Es entfällt also eine umfangreiche Einarbeitungszeit – und der Mitarbeiter steht oftmals auch kurzfristiger zur Verfügung.

Nur manchmal spricht aus Arbeitgebersicht viel für eine externe Besetzung einer offenen Stelle, wenn zum Beispiel aufgrund festgefahrener Strukturen ein „erfrischender“ Blick von außen gefragt ist – oder auch um Konflikte zwischen Kollegen zu vermeiden.

Viele Unternehmen haben eine interne Stellenbörse, in der offene Stellen eingestellt werden. Hat man etwas Interessantes gefunden, bedeutet dies für den Bewerber vor allem, sich nicht auf den gefühlten „Heimvorteil“ zu verlassen. Man sollte sich als Bewerber bewusst machen, dass man kein unbeschriebenes Blatt ist: Nicht nur Stärken, die gezeigte Leistung oder die vorhandenen Qualifikationen sind im Unternehmen bekannt, sondern auch mögliche Misserfolge oder Faux-pas.

Daher ist es wichtig, sich auf die Bewerbung ebenso gründlich vorzubereiten wie auf eine externe Bewerbung. Zur Vorbereitung gehören ein aktueller Lebenslauf sowie eine Beschreibung der bisherigen Tätigkeiten, denn nicht alle Entscheidungsträger wissen im Detail über den Karriereweg des Bewerbers Bescheid. Auch ein Bewerbungsanschreiben. Je nach Firmenkultur sollte hier der formelle Aspekt eingehalten werden. Im Zweifel sollte man den Adressaten eher Siezen – auch wenn man persönlich per Du ist. Denn auch andere an der Einstellung beteiligte Personen lesen die Bewerbung.

Selbstredend ist eine genaue und gründliche Vorbereitung auf das eigentlich „Interview“ ebenso so wichtig. Sie haben zwar den Vorteil, dass man Sie vielleicht schon kennt – dennoch konkurrieren Sie vielleicht mit anderen an der Stelle interessierten Kollegen – und Sie werden vom Entscheidungsträger miteinander verglichen.

Hilfreich beim internen Bewerbungsprozess ist es außerdem, das firmeninterne Netzwerk zu nutzen. Reden Sie mit Personen Ihres Vertrauens über Ihre Wechselmotivation – so erfahren Sie vielleicht schon als erster über eine neu zu besetzende Stelle. Sprechen Sie dann zu gegebener Zeit – und je nach Situation – auch mit Ihrem Abteilungsleiter, ehe er durch den Flurfunk von Ihren Ambitionen erfährt. Transparenz und offene Kommunikation hilft dabei, auch von anderer Seite Unterstützung zu bekommen. Wenn sich die Gelegenheit bietet, dann fühlen Sie auch beim potentiellen neuen Chef oder Abteilungsleiter vor. Hierbei sollten Sie jedoch mit viel Diskretion und Fingerspitzengefühl vorgehen. Ihre Kollegen werden mit Interesse beobachten, wenn Sie mit der besagten Person mittags in der Kantine gesehen werden. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, sich bei der Personalabteilung nach internen Weiterentwicklungsmöglichkeiten zu erkundigen und sich hinsichtlich interner Wechsel beraten zu lassen.

Sollte Ihre Bewerbung trotz aller Bemühungen scheitern, bleiben Sie professionell und zeigen Sie sich als guter Verlierer und gratulieren dem erfolgreichen Kandidaten. So hinterlassen Sie einen positiven Eindruck und können es bei Gelegenheit erneut versuchen mit einer internen Bewerbung. Oder Sie orientieren sich doch anders und bewerben sich extern.

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