Wenn die Arbeit zur Qual wird – Mobbing im Berufsleben – diese einfachen Hilfestellungen helfen Ihnen damit umzugehen

ich brauche hilfeEs gibt viele Auslöser für Mobbing: Konkurrenz, Neid, Leistungsdruck, Missgunst oder die Angst um den Arbeitsplatz. Für den Betroffenen selbst ist es ein Spießrutenlauf, denn er erleidet seelische Qualen, welche häufig zu gesundheitlichen Folgen führen können. Wenn Intrigen und Angriffe sich häufen, ertragen die Mobbing-Opfer den Berufsalltag nur noch schwer. Umso wichtiger ist es, dass die Betroffenen sich wehren, damit der Konflikt beseitigt wird. Dieser Beitrag erläutert die Möglichkeiten.

Wie kann man Mobbing erkennen?

Nicht jede Streitigkeit unter Kollegen oder Vorgesetzten ist gleich Mobbing. Erst bei einer Aneinanderkettung von Angriffen, mit einer gewissen Kontinuität und über mehrere Monate hinweg, kann davon gesprochen werden. Meist sind die Anfänge schleichend, sodass der Betroffenen es nicht bewusst wahrnimmt. Erste Anzeichen für Mobbing können ein plötzliches Verstummen von Gesprächen sein, wenn der Betroffene den Raum betritt. Deutlicher wird es, wenn ein unfreundlicher Umgangston angeschlagen, der Betroffene wie Luft behandelt und ständig kritisiert wird oder Fragen einfach ignoriert werden. Auch die mutwillige Beschädigung von Arbeitsmitteln ist keine Seltenheit. Wenn Vorgesetzte mobben, nutzen sie häufig die Machtposition dahin gehend aus, dass der Betroffene willkürlich versetzt oder Urlaub verweigert wird. Häufig werden ihm auch unter- oder überqualifizierte Tätigkeiten übertragen.

Wie können Sie sich gegen Mobbing wehren?

Führen Sie Tagebuch: Es ist sehr wichtig, dass Sie Beweise sammeln. Hierfür ist es ratsam, die Angriffe mit Datum, Ort und Uhrzeit in einem Mobbing-Tagebuch zu protokollieren. Auch notiert werden muss, wie und durch wen gemobbt wurde, ob eventuell Zeugen anwesend waren und wie Ihre eigene Reaktion sowie getroffene Gegenmaßnahmen waren. Ebenso sollten Sie gesundheitliche Folgen erwähnen, die möglicherweise durch den Angriff entstanden sind. Durch das Tagebuch kann das Geschehen zum späteren Zeitpunkt noch nachvollzogen werden. Dies kann für Gespräche oder rechtliche Schritte nützlich sein.

Angreifer direkt kontaktieren

Viele Betroffene scheuen sich davor, doch es ist ein sehr sinnvoller Schritt, wenn Sie den Angreifer auf die Attacken ansprechen. Dabei sollten Sie das Gespräch sachlich führen und auf eventuelle Provokationen nicht eingehen. In dem Gespräch ist es wichtig, dass Sie die Punkte konkret benennen und zudem Vorschläge für ein faires Verhalten unterbreiten. Manchmal kann es sinnvoll sein, wenn Sie einen Vermittler zu Rate ziehen, beispielsweise einen Betriebsrat oder Vorgesetzten. Gemeinsam sollte versucht werden, nach den Gründen des Mobbings zu suchen, denn wenn diese deutlich werden, kann vielleicht eine Lösung gefunden werden.

Was können Sie tun, wenn das Gespräch keinen Erfolg bringt?

In diesem Fall müssen weitere Schritte unternommen werden. Auf jeden Fall sollten Sie Vorgesetzte, den Betriebsrat etc. über die Mobbing-Attacken informieren. Ebenso sinnvoll kann es sein, dass Sie sich eine Rechtsberatung einholen, um eventuelle Schadensersatzansprüche geltend zu machen. Sollte es zum Arbeitsplatzwechsel kommen, kann eine angemessene Abfindung ausgehandelt werden. Wenn die Mobbing-Angriffe zu seelischen oder körperlichen Schäden geführt haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, denn nur, wenn Sie gesund sind, können Sie sich diesem Konflikt, der oftmals kräftezehrend ist, stellen.

Wo bekommen Sie Hilfe?

Nur wenige Mobbing-Opfer können den Konflikt ohne Unterstützung lösen. Oftmals ist ein Gespräch mit Familienangehörigen oder Freunden hilfreich, um sich alles von der Seele zu reden. Eine der ersten Anlaufstellen sollte der Betriebs- oder Personalrat sein. In der Regel sitzen hier geschulte Mitarbeiter, die Kenntnisse über die Gesetzeslage haben und als Vermittler fungieren können. Außerhalb der Firma sind neutrale Gesprächspartner in speziellen Beratungstelefonen und Selbsthilfegruppen sowie ebenso in Krankenkassen zu finden. In vielen Fällen gehen die Attacken am Betroffenen nicht spurlos vorbei und führen häufig zu seelischen und gesundheitlichen Beeinträchtigungen. Daher ist es ratsam frühzeit einen Arzt und eventuell einen Psychologen aufzusuchen. Für fundierte Rechtsauskünfte können Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden, der Sie berät, informiert und bei Bedarf rechtliche Schritte einleitet.

Wichtig ist, sich RECHTZEITIG Hilfe zu holen und nicht zu versuchen, die Sache auszusitzen oder alleine zu lösen.

Foto: © contrastwerkstatt – Fotolia.com


Dieser Artikel wurde veröffentlicht in Tipps.
  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®.
    Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.

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