Nichts wissen macht nichts? So gehen Sie mit Ahnungslosigkeit im Beruf um

Ahnungslosigkeit im Beruf - Mitarbeiter weis nicht weiterWer kennt das nicht? Man bekommt einen neuen Chef oder ein neues Aufgabenfeld zugewiesen und auf einmal sieht man sich Aufgaben gegenüber, für die man nicht das notwendige Fachwissen mitbringt. Wie geht man professionell mit so einer Situation um?

Ahnungslosigkeit gestehen oder nicht?

Eine wichtige Frage in diesem Zusammenhang ist, ob man seinem Chef oder seinen Kollegen die eigene Ahnungslosigkeit gestehen sollte oder nicht. Hierfür gibt es keine pauschale Antwort. Es hängt von mehreren Faktoren ab:

  • Ist das benötigte Fachwissen aus dem eigenen Fachbereich oder aus einem fremden Fachbereich?
  • Wer hat veranlasst, dass man die neuen Aufgaben übernehmen soll?
  • Ist es Wissen, das sich leicht recherchieren lässt?
  • Welchen Anteil an der eigenen Arbeitszeit haben die neuen Aufgaben?

Grundsätzlich gilt: Wer sich selber für die neuen Aufgaben beworben und dabei verschwiegen hat, dass er nicht alle notwendigen Kenntnisse dafür besitzt, hat schlechtere Karten als jemand, dem die neuen Aufgaben einfach zugewiesen wurden.

Im ersten Fall sollte man versuchen, sich die notwendigen Kenntnisse so schnell wie möglich selber anzueignen. Das kann durch Recherche in entsprechender Fachliteratur geschehen, oder durch aus eigener Tasche bezahlte Abend- oder Wochenendfortbildungen.

Im zweiten Fall kann es durchaus von Vorteil sein, mit offenen Karten zu spielen und so die Verantwortung für die Weiterbildung an den Chef abzugeben.

Betriebliche Fortbildung als Lösung

Denn wer neue Aufgaben zugewiesen bekommt, kann unter Umständen eine betriebliche Fortbildung bei seinem Chef herausschlagen. In so einem Fall kann es eine Win-Win-Situation sein. Der Arbeitnehmer lernt auf Firmenkosten und -zeit die notwendigen Kenntnisse für seine neuen Aufgaben und kann die Fortbildung später im Lebenslauf mit angeben, während der Arbeitgeber eine qualifizierte Fachkraft bekommt, ohne erneut durch den aufwändigen Bewerbungsprozess zu müssen.

Um die Erfolgschancen für eine betriebliche Fortbildung im Gespräch mit dem Chef zu erhöhen, sollte man bereits im Vorfeld geeignete Fortbildungsangebote herausgesucht haben. Das erspart dem Chef Zeit und Arbeit und zeigt, dass man die Fortbildung wirklich ernst nimmt. Dazu sollte man sich für das Gespräch gute Argumente zurechtlegen, mit denen man dem Chef aufzeigen kann, welche Vorteile die Fortbildung für das Unternehmen hätte. Arbeitnehmer, die ihren neuen Aufgaben besser gewachsen sind, arbeiten effizienter und machen weniger Fehler.

Mentoring-Programm als Alternative

Eine Alternative zu einer betrieblichen Fortbildung bietet das Mentoring-Programm. Hierbei übernimmt ein erfahrener Mitarbeiter, der Mentor, die Aufgabe, andere Mitarbeiter in ein neues Aufgabenfeld einzuweisen. Der Mentor steht für Fragen zur Verfügung und soll als Ansprechpartner bei Unsicherheiten und Problemen dienen.

Das Mentoring-Programm bietet sich z. B. für neue Mitarbeiter an, die die betrieblichen Prozesse erst noch kennenlernen müssen, aber auch für erfahrene Mitarbeiter, die sich durch Umstrukturierung in ein neues Aufgabenfeld oder eine neue Abteilung einarbeiten müssen und Kollegen haben, die sich bereits auskennen.

Dabei muss das Mentoring-Programm nicht zwangsläufig vom Arbeitgeber veranlasst werden. Man kann sich auch selber an erfahrene Kollegen wenden und sie um Unterstützung bei der Einarbeitung bitten.

Foto: #124165740 | © mast3r – Fotolia.com

  • Marion Schomacher

    Die Inhaberin der Website upgreat.de

    Marion Schomacher ist Geschäftsführerin von UPGREAT®. Als BDVT zertifizierte Trainerin, Beraterin und Coach hat sie sich nicht nur auf Business-, Führungskräfte- und Karriere-Coaching spezialisiert, sondern bietet auch Seminare und Workshops zu Themen wie Kommunikation, Konflikt-Management, Softskills, und Teamentwicklung. Sie verfügt über langjährige Führungserfahrung in einem international agierenden Umfeld.   

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